Verkaufsfallen

Der Spagat:
Gut Ding will Weile haben
und Time is Money

Das heißt nicht, dass Sie den Verkaufsstart unnötig hinauszögern sollen. Vielmehr geht es darum, sich Zeit zu nehmen, um die Immobilie genau so aufzubereiten, dass sie bei den anstehenden Besichtigungen direkt überzeugen kann. Denn je öfter Sie eine Immobilie inserieren müssen, umso unattraktiver wird sie für Interessenten. Wenn Sie hingegen im Voraus genügend in die Verschönerung investieren, landen Sie eventuell direkt einen Volltreffer.

Die Preisfrage

Wenn Sie sich selbst Steine in den Weg legen wollen, sind Sie mit der Festsetzung eines Mindestpreises bestens beraten. Wenn nicht, sollten Sie lieber darauf verzichten. Auch wenn dieser für eine Folgefinanzierung notwendig ist. Im direkten Vergleich mit ähnlichen Objekten in der Umgebung entscheiden sich Interessenten im Zweifelsfall für eine andere Immobilie und Sie gehen mit Ihrem Mindestwert leer aus.

Ebenso sollten Sie den Immobilienwert bei der Inserierung nicht zu hoch ansetzen. Auch wenn der Gedanke verlockend ist, man könne jederzeit an der Preisschraube drehen und sich der Nachfrage am Markt anpassen. Die Praxis zeigt, dass Reduzierungen im Immobilienbereich ein echter Killer sind, weil sie beim Interessenten Skepsis auslösen. Potenzielle Kunden schrecken dann selbst bei einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis zurück, weil sie davon ausgehen, dass bei der Immobilie irgendwas faul sein muss.

Bei der Auswahl eines Maklerangebotes für Ihre Immobilie sollten Sie sich nicht vom Höchstbietenden blenden lassen. Bedenken Sie, dass selbst der beste Makler nicht mehr bieten kann, als die potenzielle Kundschaft zu investieren bereit ist.

Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Das sollten Sie im Hinterkopf haben, wenn Sie nach einigen Besichtigungen das Gefühl haben, dass sich die Interessenten häufen und Sie sich nur einen aussuchen müssen. Dies ist leider oft ein Irrglaube. Die wenigsten Kunden erklären direkt bei der Besichtigung, dass ein Objekt für sie nicht in Frage kommt. Ob aus Höflichkeit oder um eine unangenehme Situation zu vermeiden, ist dabei letztlich egal. Sie sollten deshalb bei jeder Besichtigung genau nachfühlen, ob die potenziellen Kunden ernsthaft interessiert sind oder nur netten Smalltalk treiben.

Dafür bedarf es natürlich eines gewissen Fingerspitzengefühls. Die Nachfrage sollte nicht zu früh kommen und vor allem nicht in einem drängenden Ton gestellt werden. So setzen Sie die potenziellen Kunden nur unter Druck und erwecken das Bild, dass Sie die Immobilie schnell loswerden wollen. Zu lange sollten Sie jedoch auch nicht warten, sonst riskieren Sie, dass sich die Interessenten weiter umschauen und für ein anderes Objekt entscheiden.

Der wichtigste und wohl schwierigste Punkt beim Verkauf der eigenen Immobilie ist es, sich emotional davon zu lösen. Ab sofort müssen Sie das Objekt als neutrale Ware betrachten, die es zu vermarkten gilt. Das einzige was jetzt noch zählt, ist der Geschmack der potenziellen Kunden.